Die erste Fährüberfahrt mit dem Wohnmobil wird für viele Anfänger zur Lehrstunde in Sachen "Was man alles falsch machen kann".
Die folgenden 15 Fehler zählen zu den häufigsten bei der ersten Wohnmobil-Überfahrt über Calais-Dover – von falscher Spurwahl am Terminal bis zu unterschätzten Mautkosten. Sie kosten Zeit, Nerven und teilweise auch Geld.
Die 15 häufigsten Fehler auf einen Blick
- Fahrzeugmaße geschätzt statt gemessen
- Zu späte Ankunft am Terminal
- Gasflaschen nicht ordnungsgemäß gesichert
- Keine Packliste verwendet
- Kühlschrank überladen
- Zeitpuffer unterschätzt
- Keine Stellplatzreservierung in Calais
- Mautkosten falsch kalkuliert
Wohnmobil-Ticket richtig buchen — Fehler 1 möchten Sie vermeiden:
Fähre Calais–Dover buchen LeShuttle (Tunnel, 35 Min.)Fehler bei der Buchung
Bei der Online-Buchung werden die Maße des Wohnmobils oft nur geschätzt statt genau gemessen – "wird schon passen". Am Check-in kommt dann häufig das böse Erwachen, wenn das Fahrzeug höher ist als angegeben: Die Folge ist meist eine Nachzahlung vor Ort.
So machen Sie es richtig:
Messen Sie Ihr Wohnmobil genau aus! Wichtig sind: Länge (inklusive Fahrradträger!), Höhe (mit Dachbox/Sat-Schüssel) und Gewicht (vollbeladen). Notieren Sie die Maße und haben Sie sie bei jeder Buchung griffbereit.
Ein häufiger Fehler ist, allein auf den Preis zu achten und eine sehr späte Überfahrt zu buchen. Mit einem Wohnmobil ist man nicht so flexibel wie mit dem PKW – die nächtliche Stellplatzsuche wird dann schnell zum Problem.
Empfehlung:
Buchen Sie Überfahrten zwischen 8-16 Uhr. Sie kommen ausgeruht an und haben Zeit, einen Stellplatz zu finden. Die paar Euro mehr sind es meist wert!
Fehler bei der Vorbereitung
Nicht ordnungsgemäß gesicherte Gasflaschen führen am Check-in häufig dazu, dass Fahrzeuge zur Seite gewunken werden. Die Flaschen müssen komplett abgedreht und mit Schutzkappen verschlossen werden – das bedeutet keine Kühlung während der 90-minütigen Überfahrt.
Wichtig zu wissen:
Gasflaschen müssen während der Überfahrt komplett abgedreht und mit Schutzkappen versehen sein. Das gilt für ALLE Fährgesellschaften auf der Calais-Dover Route. Planen Sie das ein – besonders wenn Sie auf Gas-Kühlung angewiesen sind!
Ohne Packliste passiert es leicht, dass Pässe im Handschuhfach statt griffbereit liegen, die Buchungsbestätigung nur digital vorliegt (Handy-Akku leer) und die Warnwesten irgendwo im hintersten Staufach verschwinden.
Griffbereit haben:
- Reisepässe aller Mitreisenden
- Buchungsbestätigung (ausgedruckt!)
- Fahrzeugpapiere & Führerschein
- Warnwesten (für England Pflicht!)
- Haustier-Dokumente (falls zutreffend)
Ein bis oben hin vollgestopfter Kühlschrank sorgt bei der ersten Kurve auf der Fähre schnell für Chaos: Inhalt durcheinander, ausgelaufene Flüssigkeiten. Die Verriegelung vorher zu nutzen erspart diesen Ärger.
Fehler bei der Anreise
P&O Ferries empfiehlt, 90 Minuten vor Abfahrt am Terminal zu sein. Mit "60 Minuten reichen doch" unterschätzen viele Anfänger, wie viel länger mit Wohnmobil alles dauert: Rangieren, Sicherheitskontrolle, Passkontrolle. Wer zu knapp kalkuliert, steht am Ende unter enormem Stress.
Empfehlung:
Planen Sie mindestens 2 Stunden Puffer ein! Lieber entspannt einen Kaffee am Terminal trinken als in Panik die letzten Kilometer rasen. Ihre Nerven werden es Ihnen danken!
Wer "flexibel bleiben" will und keinen Stellplatz reserviert, riskiert nach einer langen Anfahrt, dass alle sicheren Plätze in Calais bereits belegt sind. Ein Supermarkt-Parkplatz als Ausweichlösung ist keine erholsame Vorbereitung auf die Überfahrt.
Sichere Stellplätze in Calais:
- Camping Municipal – stadtnah, bewacht
- Aire de Camping-car Calais – direkt am Hafen
- Parking Foch – kostenlos, zentral gelegen
Für die Strecke München-Calais wird die Maut mit dem PKW-Tarif oft deutlich unterschätzt. Mit dem Wohnmobil (Mautklasse 2) liegen die tatsächlichen Kosten spürbar höher – das kann das Urlaubsbudget gleich zu Beginn sprengen.
Realistische Mautkosten:
- München - Calais: ca. 85-90 €
- Frankfurt - Calais: ca. 65-70 €
- Hamburg - Calais: ca. 55-60 €
Fehler am Hafen
Am Check-in gibt es verschiedene Spuren. Ein häufiger Fehler: in die normale PKW-Spur zu fahren, statt in die "High Vehicle"-Spur für Wohnmobile. Das Zurücksetzen eines mehrere Meter langen Fahrzeugs zwischen anderen wartenden Autos ist entsprechend unangenehm.
Die richtige Spur:
Achten Sie auf die Schilder! Wohnmobile über 1,85m Höhe müssen zur "High Vehicle" oder "Caravans & Motorhomes" Spur. Diese ist extra breit und hat höhere Schranken.
Eine fehlende "GB"-Plakette am deutschen Kennzeichen ist zwar seit dem Brexit nicht mehr zwingend Pflicht, sorgt bei der Grenzkontrolle aber gelegentlich für Rückfragen. Eine Plakette erspart unnötige Diskussionen.
Fehler auf der Fähre
In der Hektik wird oft vergessen, die Handbremse anzuziehen und den ersten Gang einzulegen. Bei stärkerem Wellengang kann das gefährlich werden. Die Sicherheitskontrolleure an Bord weisen in solchen Fällen darauf hin.
Sicherheits-Checkliste auf der Fähre:
- Handbremse fest angezogen
- Gang eingelegt (1. oder Rückwärtsgang)
- Motor abgestellt
- Alle Schränke verriegelt
- Wertsachen mitgenommen
Laptop und Kamera im Wohnmobil zu lassen ist riskant: Während der Überfahrt ist der Zugang zum Fahrzeugdeck gesperrt. Wertsachen vorher mitzunehmen erspart 90 Minuten unnötige Sorge.
Fehler in England
Dass in England Linksverkehr herrscht, ist bekannt – mit einem großen Wohnmobil ist die Umstellung aber nochmal eine ganz andere Hausnummer. Am ersten Kreisverkehr kommt es dabei häufig zu Verwechslungen.
Sicherheitstipp:
Kleben Sie sich Erinnerungszettel ins Cockpit: "LINKS FAHREN!" und "RECHTS SCHAUEN!" Klingt albern, hilft aber enorm in den ersten Tagen! Fahren Sie die ersten Kilometer besonders vorsichtig.
Ohne britisches Bargeld verlässt man sich ganz auf Kartenzahlung – das funktioniert aber nicht überall. Besonders bei Parkuhren und kleineren Campingplätzen kann das ärgerlich werden.
Bargeld-Empfehlung:
Wechseln Sie 100-200£ schon in Deutschland (besserer Kurs als in England). Damit können Sie Parkgebühren, kleinere Campingplätze und Mautstraßen problemlos bezahlen.
Ein vollgepacktes Programm für die ersten Tage wird oft unterschätzt: Die Umstellung auf Linksverkehr, andere Fahrzeugmaße und neue Straßenverhältnisse braucht Zeit – zu enge Planung führt schnell zu Stress.
Was Anfänger daraus lernen können
Nach all diesen Fehlern könnte man meinen, der Urlaub sei ruiniert. Meist ist das Gegenteil der Fall: Die Reise wird trotzdem zum Erfolg, und man lernt aus jedem einzelnen Fehler. Bei der Rückfahrt läuft es dann meist deutlich reibungsloser.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Vorbereitung ist alles: Eine gute Checkliste erspart die meisten dieser Probleme
- Zeit großzügig planen: Mit dem Wohnmobil dauert ALLES länger als gedacht
- Flexibilität bewahren: Nicht alles läuft nach Plan – und das ist vollkommen okay
- Humor behalten: Über die meisten Pannen kann man später herrlich lachen
- Aus Fehlern lernen: Jeder Fehler macht Sie zum besseren Wohnmobilisten
Tipp:
Schließen Sie sich Facebook-Gruppen wie "Wohnmobil Anfänger" oder "Mit dem WoMo nach England" an. Die Community ist hilfsbereit und teilt gerne Erfahrungen – viele der genannten Fehler lassen sich dort schon im Vorfeld vermeiden.
Gratis Wohnmobil-Checkliste herunterladen
Damit Sie nicht dieselben Fehler machen: Hier gibt es eine ausführliche Checkliste mit allen wichtigen Punkten für die Fährüberfahrt!
Checkliste kostenlos downloadenFazit: Lohnt sich die Wohnmobil-Überfahrt trotzdem?
Absolut. Trotz möglicher Anfängerfehler bleibt England mit dem Wohnmobil ein besonderes Abenteuer – die Freiheit, die Landschaften, die Campingplätze direkt am Meer.
Fehler passieren – und genau das macht aus Anfängern erfahrene Wohnmobilisten. Die besten Urlaubsgeschichten entstehen oft aus genau solchen kleinen Pannen.
Also, trauen Sie sich! Mit diesen Tipps wird die erste Überfahrt deutlich entspannter. Und wenn doch etwas schiefgeht – nehmen Sie es mit Humor. Happy Camping!
Zu diesem Text
Ingo Kroll · Stand 8. September 2026. Die hier genannten Fehler sind typische Stolperfallen bei der ersten Wohnmobil-Überfahrt, keine Schilderung einer einzelnen Reise. Die Sach- und Preisangaben stammen aus Anbieterquellen; verantwortlich ist die im Impressum genannte Person.