Wichtigste Fakten zur Sicherheit

125 %
Rettungskapazität (SOLAS)
24/7
Geschulte Crew an Bord
SOLAS
Zertifiziert
2 Länder
Rettungsdienst-Abdeckung
Beruhigende Tatsache: Alle Fähren auf der Route Calais-Dover erfüllen die strengen internationalen SOLAS-Standards und werden jährlich von Klassifikationsgesellschaften und Hafenbehörden inspiziert. Die Straße von Dover ist eine der am besten überwachten Wasserstraßen der Welt.

Welche Schiffe fahren auf der Route?

Auf der Strecke Calais-Dover verkehren aktuell Fähren von P&O Ferries und Irish Ferries:

Reederei Schiff Baujahr Besonderheit
P&O Ferries Spirit of Britain 2011 ~47.000 BRZ, Stabilisatoren
P&O Ferries Spirit of France 2012 ~47.000 BRZ, Stabilisatoren
Irish Ferries Isle of Innisfree 1995 ~28.000 BRZ, Stabilisatoren

Alle drei Schiffe sind mit Stabilisatoren ausgestattet, die das Rollen bei Seegang deutlich reduzieren. Die beiden Spirit-Klasse-Fähren von P&O gehören zu den modernsten Kanalfähren überhaupt.

Blick von der Fähre auf die Kreidefelsen von Dover
Blick von der Kanalfähre auf die Kreidefelsen von Dover. Foto: Ken Eckert, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

SOLAS - Internationale Sicherheitsstandards

SOLAS (Safety of Life at Sea) ist das wichtigste internationale Übereinkommen zur Sicherheit auf See. Es wird von der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) verwaltet und legt Mindeststandards für Bau, Ausrüstung und Betrieb von Schiffen fest. Alle Fähren zwischen Calais und Dover müssen diese Vorschriften erfüllen.

Was SOLAS vorschreibt:

Rettungsausrüstung

Rettungsboote und Rettungsflöße für mindestens 125 % aller Personen an Bord. Rettungswesten für jeden Passagier und jedes Crew-Mitglied.

Brandschutz

Automatische Sprinkleranlagen, Brandschutztüren, Rauchabzugssysteme und Löschanlagen in allen Bereichen.

Wasserdichte Abteilungen

Der Rumpf ist in wasserdichte Abteilungen unterteilt, die einzeln verschlossen werden können.

Kommunikation

Satellitengestützte Kommunikation, VHF-Funk und GPS für ständigen Kontakt mit der Küstenwache.

Crew-Training (STCW)

Alle Besatzungsmitglieder müssen STCW-zertifiziert sein: regelmäßige Sicherheitsschulungen, Brandbekämpfung und Evakuierungsübungen.

Inspektionen

Jährliche Inspektionen durch Klassifikationsgesellschaften (z. B. Lloyd's Register) und Port State Control.

Rettungsausrüstung an Bord

Rettungsboote und Rettungsflöße

Jede Fähre verfügt über Rettungsboote und aufblasbare Rettungsflöße, die zusammen mindestens 125 % aller Personen an Bord aufnehmen können.

Rettungsboot und Rettungswesten auf dem Deck einer Fähre
Rettungsboot am Davit und Schwimmwesten-Behälter auf dem Deck einer Fähre. Foto: Wolfmann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Ausrüstung Standort Besonderheit
Rettungsboote Obere Außendecks, an Davits Motorisiert, geschlossen, mit Bordvorrat
Rettungsflöße An Deck verteilt Selbstaufblasend, mit Notvorrat und Signalmitteln
Rettungswesten Unter Sitzen, in Überkopf-Fächern Manuell aufblasbar (Zugleine), mit Pfeife und Licht
Rettungsringe Außendeck-Geländer Mit Licht und Rettungsleine
Gut zu wissen: Rettungswesten befinden sich in den Sitzbereichen unter den Sitzen oder in Überkopf-Fächern. Nehmen Sie sich nach dem Boarding einen Moment, um zu schauen, wo Ihre nächste Rettungsweste liegt.

Wie Sie eine Rettungsweste richtig anlegen

  • Rettungsweste über den Kopf ziehen
  • Gurte an der Seite fest anziehen und befestigen
  • Beingurt zwischen den Beinen durchziehen und anschnallen
  • Pfeife und Leuchtmittel sind integriert
  • Erst außerhalb des Schiffes aufblasen (Zugleine ziehen)

Brandschutz auf der Fähre

Brandschutz hat auf Schiffen höchste Priorität. Die Fähren verfügen über mehrstufige Brandschutz- und Löschsysteme nach SOLAS Kapitel II-2.

  • Automatische Sprinkleranlagen: In allen Passagierbereichen und Kabinen
  • Rauchmelder: Flächendeckend installiert, mit direkter Meldung an die Brücke
  • Brandschutztüren: Unterteilen das Schiff automatisch in Brandzonen
  • CO2-Löschanlage: Im Maschinenraum für schnelle Brandbekämpfung
  • Tragbare Feuerlöscher: Maximal 20 m Laufweg bis zum nächsten Löscher (SOLAS-Vorgabe)
  • Feuerlöschteams: Speziell ausgebildete Crew-Mitglieder
  • Schwer entflammbare Materialien: Alle Einrichtungsmaterialien erfüllen strenge Brandschutzanforderungen
Wichtig: Rauchen ist nur in gekennzeichneten Außenbereichen erlaubt. In geschlossenen Räumen und auf dem Fahrzeugdeck ist Rauchen streng verboten.

Verhalten im Notfall

Ein echter Notfall auf einer modernen Kanalfähre ist extrem unwahrscheinlich. Trotzdem sollten Sie die Alarmsignale kennen und wissen, was zu tun ist.

Alarmsignale kennen

Signal Bedeutung Ihre Aktion
7 kurze + 1 langer Ton Generalalarm (SOLAS-Standard) Rettungsweste anlegen, zur Sammelstation gehen
Durchsage über Lautsprecher Wichtige Information oder Anweisung Aufmerksam zuhören und Anweisungen folgen

Schritte bei einer Evakuierung

Ruhe bewahren

Keine Panik. Die Crew ist für solche Situationen trainiert und führt Sie sicher. Hören Sie auf die Durchsagen.

Rettungsweste anlegen

Ziehen Sie Ihre Rettungsweste an. Helfen Sie Kindern und Personen, die Unterstützung benötigen. Noch nicht aufblasen!

Zur Sammelstation gehen

Gehen Sie zur zugewiesenen Sammelstation (Muster Station). Nutzen Sie die Treppe, nie den Aufzug.

Anweisungen der Crew folgen

Die Crew koordiniert die Evakuierung. Folgen Sie den Anweisungen konsequent.

Nicht zurückgehen

Gehen Sie nicht zurück zum Auto oder zur Kabine, um Wertsachen zu holen.

Merken Sie sich: Ihre Sammelstation (Muster Station) ist auf der Bordkarte und an den Decks ausgeschildert. Schauen Sie gleich nach dem Boarding, wo sie sich befindet und wie Sie dorthin gelangen.
Schwimmwesten und Sicherheitsinformation an Bord einer Fähre
Schwimmwesten und Sicherheitsinformation im Passagierbereich einer Fähre. Foto: Wolfmann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Allgemeine Sicherheit an Bord

Persönliche Sicherheit

  • Wertsachen mitnehmen: Lassen Sie nichts Wichtiges im Auto
  • Kinder beaufsichtigen: Besonders auf Außendecks und an Treppen
  • Festhalten bei Seegang: Nutzen Sie Geländer und Handläufe
  • Rutschgefahr: Außendecks können nass und glatt sein
  • Notausgänge: Machen Sie sich damit gleich nach dem Boarding vertraut
  • Medikamente: Wichtige Medikamente gehören ins Handgepäck, nicht ins Auto

Fahrzeugdeck - Wichtige Regeln

Achtung: Das Fahrzeugdeck ist während der gesamten Überfahrt gesperrt. Erst nach Freigabe durch die Crew dürfen Sie zurück zum Fahrzeug.
  • Motor abstellen und Gang einlegen
  • Handbremse fest anziehen
  • Alarmanlage deaktivieren
  • Fenster schließen
  • Gasflaschen zudrehen (Wohnmobile)
  • Alles Wichtige mitnehmen (Medikamente, Wertsachen, Snacks, Unterhaltung für Kinder)

Sicherheit bei Sturm und rauer See

Die Fähren auf der Route Calais-Dover sind für die Bedingungen im Ärmelkanal konstruiert und mit Stabilisatoren ausgestattet.

Wann werden Fahrten gestrichen?

Entscheidungsprozess: Der Kapitän entscheidet auf Basis von Wetterberichten und aktuellen Bedingungen. Ab Windstärke 8-9 (Beaufort) können Fahrten verschoben oder gestrichen werden, je nach Windrichtung und Seegang. Der Hafen von Calais ist besonders empfindlich bei starkem West-/Nordwestwind.

Tipps für unruhige Überfahrten

  • Mittig sitzen: In der Schiffsmitte ist die Bewegung am geringsten
  • Sitzen bleiben: Besonders bei starkem Seegang auf dem Platz bleiben
  • Festhalten: Beim Gehen immer an Geländern und Griffen festhalten
  • Drinnen bleiben: Bei Sturm die Außendecks meiden
  • Getränke: Tassen nicht ganz füllen, Spritzgefahr
  • Seekrankheit vorbeugen: Reisetabletten rechtzeitig nehmen, Horizont fixieren
Beruhigend: Die Überfahrt dauert nur ca. 90 Minuten. Die Stabilisatoren der Fähren reduzieren das Schlingern deutlich. Selbst bei Windstärke 7 ist die Überfahrt sicher, wenn auch unruhiger als bei ruhiger See. Ausführliche Tipps gegen Seekrankheit finden Sie in unserem Seekrankheit-Ratgeber.

Rettungsdienste in der Straße von Dover

Die Straße von Dover (Pas de Calais) ist eine der am dichtesten befahrenen und am besten überwachten Wasserstraßen der Welt. Ein Verkehrstrennungsgebiet (Traffic Separation Scheme, TSS) regelt den Schiffsverkehr in beide Richtungen.

Zuständige Stellen

Seite Koordination Einsatzkräfte
Großbritannien HM Coastguard / MRCC Dover RNLI-Rettungsboote, SAR-Hubschrauber
Frankreich CROSS Gris-Nez SNSM-Rettungsboote, Marine Nationale

Beide Küstenwachen arbeiten eng zusammen und überwachen den Schiffsverkehr rund um die Uhr. Der Channel Navigation Information Service (CNIS) in Dover koordiniert die Verkehrsüberwachung.

Karte: Straße von Dover

Gesundheit und Hygiene

Medizinische Versorgung an Bord

  • Erste-Hilfe-Ausrüstung auf allen Decks
  • Crew-Mitglieder mit Erste-Hilfe-Ausbildung
  • Defibrillatoren (AED) an mehreren Stellen
  • Funkkontakt zu Küstenwache und Rettungsdiensten

Hygienestandards

  • Regelmäßige Reinigung und Desinfektion aller Oberflächen
  • Desinfektionsmittelspender in öffentlichen Bereichen
  • Belüftungssysteme mit Frischluftzufuhr
  • Lebensmittelhygiene-Standards in den Restaurants

Häufige Fragen zur Sicherheit

Sehr sicher. Alle Fähren erfüllen die strengen SOLAS-Standards und werden jährlich von Klassifikationsgesellschaften und Hafenbehörden inspiziert. P&O setzt die modernen Spirit of Britain und Spirit of France ein, Irish Ferries die Isle of Innisfree.

Bei Windstärken ab Beaufort 8-9 können Fahrten verschoben oder gestrichen werden. Die Fähren sind mit Stabilisatoren ausgestattet, die das Rollen deutlich reduzieren. Bei Windstärke 7 ist die Überfahrt sicher, wenn auch unruhiger.

Ja. SOLAS schreibt vor, dass Fähren Rettungsmittel für mindestens 125 % aller Personen an Bord bereithalten. Dazu kommen Rettungswesten für jeden einzelnen Passagier und jedes Crew-Mitglied.

Das ist der Generalalarm nach SOLAS-Standard. Er bedeutet: Sofort die Rettungsweste anlegen und zur Sammelstation (Muster Station) gehen. Folgen Sie den Anweisungen der Crew und nehmen Sie immer die Treppe, nie den Aufzug.

Nein. Das Fahrzeugdeck ist während der gesamten Überfahrt gesperrt. Nehmen Sie vorher alles Wichtige mit: Medikamente, Wertsachen, Unterhaltung für Kinder. Erst nach Freigabe durch die Crew dürfen Sie zurück zum Fahrzeug.

Auf britischer Seite koordiniert HM Coastguard (MRCC Dover) mit RNLI-Rettungsbooten den Seenotrettungsdienst. Auf französischer Seite ist CROSS Gris-Nez mit der SNSM zuständig. Beide arbeiten eng zusammen.

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