Donnerstagabend, nach dem Essen. Mein Mann scrollt auf dem Handy und zeigt mir ein Bild der White Cliffs of Dover: "Lass uns morgen nach England fahren!" Normalerweise hätte ich ihn für verrückt erklärt. Aber wir hatten beide am Freitag frei, das Wetter sollte traumhaft werden – und die Lust auf ein Abenteuer war größer als alle Bedenken. Am nächsten Morgen saßen wir im Auto Richtung Calais.
Der verrückte Abend – Von der Idee zur Umsetzung
Der Gamechanger: Flextickets
Ohne die Flextickets hätten wir uns dieses Abenteuer niemals getraut. Bei P&O Ferries, DFDS und Irish Ferries gibt es flexible Tarife, die für Spontan-Reisende wie geschaffen sind.
Warum Flextickets perfekt für Spontan-Trips sind:
- Kostenlose Umbuchung: Einfach auf eine spätere Abfahrt wechseln, falls man im Stau steht
- Kurzfristige Verfügbarkeit: Oft noch am selben Tag buchbar (außerhalb der Hauptsaison)
- Überschaubarer Aufpreis: Je nach Anbieter und Saison ca. 20-40 € mehr als der Standardtarif
- Stornierung möglich: Erstattung je nach Anbieter und Zeitpunkt
Wir hatten die 17:15-Uhr-Fähre gebucht, wussten aber: Falls der Verkehr auf der A4 nicht mitspielen sollte, hätten wir problemlos auf 19:00 Uhr umbuchen können. Allein dieses Wissen nahm uns den kompletten Stress aus der Anreise.
Die Anreise – 970 km durch drei Länder
Von München nach Calais sind es knapp 970 Kilometer. Realistisch braucht man dafür etwa 9–10 Stunden reine Fahrzeit – plus Pausen, Tanken und Mautstopps kommt man auf rund 10,5–11 Stunden. Sportlich für einen Tag, aber zu zweit mit Fahrerwechsel absolut machbar.
Unsere Route:
- München → Ulm: A8 (ca. 155 km, 1:20 Std.)
- Ulm → Karlsruhe: A8 (ca. 160 km, 1:30 Std.)
- Karlsruhe → Straßburg (frz. Grenze): A5 (ca. 80 km, 45 Min.)
- Straßburg → Metz: A4 (ca. 160 km, 1:30 Std.)
- Metz → Reims: A4 (ca. 190 km, 1:45 Std.)
- Reims → Calais: A26 (ca. 275 km, 2:30 Std.)
Unsere Tipps für die lange Anreise:
- Tanken in Luxemburg: Kleiner Umweg über die A31, aber Diesel und Benzin sind dort deutlich günstiger als in Deutschland und Frankreich
- Mautgebühren einplanen: Ca. 45–55 € für die französischen Autobahnen (Kreditkarte bereithalten!)
- Fahrerwechsel: Zu zweit alle 2–3 Stunden wechseln – so bleibt man fit
- Vignette nicht nötig: In Frankreich zahlt man Streckenmaut an Mautstationen, keine Vignette
- Offline-Karten: Google Maps erlaubt das Herunterladen ganzer Regionen – bei schlechtem Netz auf der A26 Gold wert
Tipp zur Anreise-Planung: Detaillierte Routenbeschreibungen mit Mautkosten und Rastplätzen findet ihr in unserem Anreise-Guide München → Calais.
Check-in und Boarding – Überraschend unkompliziert
Um 16:00 Uhr rollten wir auf das Hafengelände in Calais. Meine größte Sorge war, dass wir wegen der kurzfristigen Buchung Probleme beim Check-in haben könnten. Völlig unbegründet!
Der Check-in lief vollautomatisch: QR-Code aus der Buchungsbestätigung scannen, Pässe vorzeigen, fertig. Keine Fragen, keine Probleme. Die französischen Grenzbeamten winkten uns durch, die britischen kontrollierten unsere Reisepässe – alles ganz routiniert.
Wichtig seit dem Brexit: Ein gültiger Reisepass ist Pflicht! Der Personalausweis reicht für die Einreise nach Großbritannien nicht mehr aus. Mehr dazu in unserem Ratgeber: Dokumente nach dem Brexit.
Der Moment, als wir aufs Schiff rollten, war surreal. Vor 10 Stunden lagen wir noch im Bett in München, und jetzt waren wir auf dem Weg nach England!
Die Überfahrt – 90 Minuten zum Durchatmen
Nach der Hektik des Morgens waren die 90 Minuten auf See wie eine Meditation. Wir gönnten uns Fish & Chips im Bordrestaurant (klischeehaft, aber es musste sein!), spazierten über das Außendeck und genossen die frische Seeluft.
Das Wetter spielte perfekt mit – ruhige See, Sonnenschein, und die weißen Klippen von Dover kamen langsam in Sicht. Ein magischer Moment, der den ganzen Reisestress vergessen ließ.
Ankunft in England – Das Abenteuer beginnt
Um 18:00 Uhr britischer Zeit (19:00 Uhr deutscher Zeit, da Großbritannien eine Stunde hinter der MEZ liegt) rollten wir von der Fähre in Dover. Linksverkehr? Check! Hotel? Noch nicht gebucht! Plan? Keinen! Perfekt!
Wir entschieden uns spontan für Canterbury – nur etwa 25 Minuten Fahrt von Dover entfernt. Über Booking.com fanden wir noch ein gemütliches B&B und verbrachten das Wochenende mit Sightseeing, Pub-Besuchen und dem Genuss der Tatsache, dass wir tatsächlich dieses verrückte Abenteuer gewagt hatten.
Was hat der Spontan-Trip gekostet?
Spontan muss nicht teuer sein. Hier unsere ungefähren Kosten für das Wochenende zu zweit:
Kostenübersicht (2 Personen, 1 Auto):
- Fähre (Flexticket, Hin & Rück): ca. 280 €
- Sprit (München-Calais-Dover, hin & rück): ca. 180 €
- Maut Frankreich (hin & rück): ca. 100 €
- B&B Canterbury (2 Nächte): ca. 160 £ (~185 €)
- Essen, Eintritte, Sonstiges: ca. 150 €
- Gesamt: ca. 895 € für ein unvergessliches Wochenende
Fazit: Würden wir es wieder tun?
Absolut! Die Spontan-Reise nach England war eines unserer besten Abenteuer. Die Flextickets haben es möglich gemacht – ohne die flexible Umbuchungsoption hätten wir uns das niemals getraut.
Was wir gelernt haben:
- Spontan-Trips sind mit Flextickets absolut machbar – auch von Süddeutschland aus
- Die Anreise von München nach Calais ist an einem Tag zu schaffen, wenn man früh losfährt
- Last-Minute-Buchungen sind außerhalb der Hauptsaison oft noch möglich
- Reisepass nicht vergessen – seit dem Brexit Pflicht!
- England ist immer eine Reise wert, auch für nur ein Wochenende
Unser Tipp: Wenn das Fernweh zuschlägt, macht es einfach! Mit Flextickets und etwas Mut wird daraus eine unvergessliche Geschichte.
Lust auf euer eigenes Spontan-Abenteuer?
Checkt die Verfügbarkeit und sichert euch Flextickets für maximale Freiheit!
Jetzt Fähre buchenHäufige Fragen zum Spontan-Trip nach England
Ja, bei P&O Ferries, DFDS und Irish Ferries sind Last-Minute-Buchungen oft noch am selben Tag möglich. Außerhalb der Hauptsaison (Juli/August) und an Feiertagen gibt es in der Regel freie Plätze. Mit Flextickets kann man zudem kostenlos auf eine spätere Abfahrt umbuchen.
Die Strecke München–Calais ist ca. 970 km lang. Die reine Fahrzeit beträgt etwa 9 Stunden. Mit Pausen, Tanken und Mautstopps sollte man mindestens 10–11 Stunden einplanen. Die Route führt über die A8 und A5 in Deutschland, dann in Frankreich über die A4 und A26.
Die französischen Autobahngebühren von der deutschen Grenze bis Calais betragen ca. 45–55 € für einen PKW (Klasse 1). Der genaue Betrag hängt von der gewählten Route ab. In Deutschland gibt es keine PKW-Maut.
Ja, seit dem Brexit benötigen EU-Bürger einen gültigen Reisepass für die Einreise nach Großbritannien. Ein Personalausweis reicht nicht mehr aus. Der Pass muss für die gesamte Aufenthaltsdauer gültig sein.
Flextickets lohnen sich besonders für spontane Reisen und wenn Unklarheit über die genaue Reisezeit besteht. Der Aufpreis liegt bei etwa 20–40 € je nach Anbieter und Saison. Dafür kann man kostenlos auf eine andere Abfahrt umbuchen – ideal bei unvorhersehbarem Verkehr auf der Anreise.