Unser erster Familienurlaub in England mit dem Auto — und die Überfahrt mit der Fähre war der Teil, der mich am meisten nervös gemacht hat. Würden die Kinder seekrank werden? Wie läuft das EES für ein Kleinkind ab? Und was macht man 90 Minuten lang mit einem Drei- und einem Siebenjährigen auf einem Schiff? Hier kommt mein ehrlicher Eltern-Erfahrungsbericht.
Das hätte ich fast vergessen — und es wäre ein Desaster gewesen
Jedes Kind — auch Babys und Kleinkinder — braucht eine eigene UK ETA (Electronic Travel Authorisation). Kosten: £20 pro Person. Beantragung: über die offizielle UKVI-App, mindestens 3 Tage vor Reiseantritt. Ohne ETA kein Boarding. Ich habe das fast vergessen und es beim Einpacken drei Tage vorher noch rechtzeitig bemerkt.
Vorbereitung: Was wirklich wichtig ist
Die größte Stressquelle vor der Abreise war die Dokumenten-Checkliste. Für eine Familie mit zwei Kindern braucht man plötzlich vier separate UK ETAs, vier Reisepässe und die Fährbuchung — am besten alles ausgedruckt und digital auf dem Handy gespeichert.
Unser Siebenjähriger war begeistert von der Idee, auf ein "echtes großes Schiff" zu fahren. Unser Dreijähriger wusste nicht ganz, was ihn erwartet. Beiden haben wir vorab YouTube-Videos von der Fähre gezeigt — das hat die Erwartungen gut gesetzt und die Aufregung von Angst in Vorfreude verwandelt.
Checkliste für Familien — was wir mitgenommen haben
- Reisepässe (für alle)
- UK ETA (digital + Screenshot)
- Fährbuchung (QR-Code)
- Reiseübelkeits-Pflaster (Kinder)
- Kopfhörer für Tablets
- Eigene Snacks (günstiger an Bord)
- Wechselkleidung im Handgepäck
- Kleines Spielzeug / Buch
- Powerbank für Tablets
- Buggy bis zum Schiff möglich
Am Terminal: EES für Kinder — wie läuft das ab?
Das war meine größte Sorge. Ein Dreijähriger, der Fingerabdrücke abgeben soll? Ich hatte Bilder vor Augen von einem schreienden Kind an einer Kontrollschranke. Die Realität war komplett anders.
Am britischen Grenzschalter im Terminal erklärte der Beamte sehr freundlich und langsam, was passiert. Für kleine Kinder wird das EES-Verfahren angepasst — der Beamte hat bei unserem Dreijährigen auf die vollständige Fingerabdruckerfassung verzichtet und stattdessen nur das Foto gemacht. Das lief in unter einer Minute ab, und unser Kind fand das sogar spannend ("Ich bin jetzt ein Spion!").
Für ältere Kinder (unser Siebenjähriger) läuft es genauso ab wie bei Erwachsenen — Fingerabdrücke, Foto, kurze Überprüfung. Das war absolut reibungslos. Der Schlüssel: Die ETA muss vorab beantragt und genehmigt sein. Das erspart am Schalter die meiste Zeit.
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Fähre Calais–Dover buchen Oder: LeShuttle (35 Min.)Das Boarding: Mit Kinderwagen und Kleinkind auf das Schiff
Mit einem Kleinkind im Schleppau ist das Boarding tatsächlich stressiger als alleine. Der Grund: Man muss alles aus dem Auto nehmen, was man an Bord braucht — Snacks, Spielzeug, Windeln, Handtasche. Das Auto bleibt dann allein auf dem Autodeck für 90 Minuten.
Gut zu wissen: Den Buggy kann man bis zur Reling mitnehmen — er bleibt dann auf dem Autodeck. Alternativ gibt es an Bord Aufzüge, die breit genug für Kinderwagen sind. Wir haben den Buggy hochgenommen, was praktisch war, weil der Dreijährige irgendwann müde wurde.
P&O Ferries hat am Calais-Terminal dedizierte Familienstellen, die etwas schneller abgewickelt werden. Beim Check-in einfach fragen — meistens wird man dort hingewiesen.
Die 90 Minuten: Kinder und die Überfahrt
Und jetzt kommt der Teil, der mich am meisten überrascht hat: Die Überfahrt selbst war der entspannteste Teil des ganzen Tages. Beide Kinder waren komplett absorbiert vom Erlebnis.
Der Siebenjährige stand die ersten zwanzig Minuten ausschließlich auf dem Außendeck und beobachtete, wie Calais kleiner wurde und die weißen Klippen Englands größer. Das war für ihn magisch — und ehrlich gesagt auch für mich. Danach wollte er das Schiff erkunden: Cafeteria, Duty-Free, Maschinenraum-Fenster. Das Schiff war groß genug, um echt beeindruckend zu sein.
Der Dreijährige war nach etwa dreißig Minuten Entdeckertour müde und schlief auf dem Buggy ein. Besser als jede Autoschlaffahrt. Kleinkind-Tipp Eine frühe Abfahrt (z. B. 8 oder 9 Uhr) passt oft gut in den Schlafrhythmus kleiner Kinder.
Für ältere Kinder und Teenies lohnt sich ein kurzer Erkundungsrundgang: P&O hat eine Softplay-Ecke für Kleine (ca. 3–7 Jahre) und auf manchen Schiffen eine Spielecke mit Videospielen für Größere. Nicht alle Schiffe sind identisch ausgestattet — am besten spontan erkunden, das gehört zum Erlebnis.
Seekrankheit mit Kindern: War das ein Problem?
Ehrlich gesagt hatte ich am meisten Angst davor. Wir hatten Seekrankheitspflaster für Kinder dabei (Scopoderm für Erwachsene ist bei Kindern nicht erlaubt — Rücksprache mit Kinderarzt halten). Die Überfahrt war aber an unserem Tag sehr ruhig, der Kanalkanal bei gutem Wetter.
Grundsätzlich gilt: Die Calais-Dover-Strecke ist nur 34 Kilometer lang, die Überfahrt dauert 90 Minuten. Das ist deutlich kürzer als jede Ostsee- oder Nordseefähre. Bei normalen Wetterbedingungen werden die meisten Kinder nicht seekrank. Bei Sturm oder hohem Wellengang (November bis Februar höheres Risiko) lohnen sich Vorbeugemittel.
Die Rückreise nicht vergessen — Fähre oder LeShuttle zurück nach Calais
Fähre Calais–Dover buchen Oder: LeShuttle (35 Min.)Essen an Bord: Was wir bereut haben
Ich hatte zu wenig eigene Snacks eingepackt. An Bord ist Essen erhältlich — Cafeteria-Style mit Sandwiches, Pommes, Suppe — aber teuer (8–14 € pro Mahlzeit). Mit DFDS bekommen Kinder unter 15 Jahren kostenlose Kindermahlzeiten, was eine echte Ersparnis ist. Das gilt aber nur auf DFDS-Schiffen, nicht bei P&O.
Unser Tipp für die nächste Überfahrt: Selbst gepackte Brotdosen, Obst und Wasserflaschen mitbringen. Das spart Geld und Wartezeit in der Cafeteria. Für den Snack-Hunger zwischendurch: Die Duty-Free-Schokolade ist tatsächlich günstiger als in deutschen Supermärkten.
Unser Fazit als Eltern
Würden wir es wieder so machen? Sofort. Die Fähre ist mit Kindern tatsächlich stressfreier als ein Flug — kein Handgepäck-Limit, kein Sicherheitscheck mit Buggy und Kinderwagen, kein Warten am Gate. Das Auto ist da, das Gepäck ist drin, und am Schiff kann man sich frei bewegen.
Was man als Eltern für die nächste Überfahrt wissen muss: ETA früh beantragen, Snacks einpacken, mit kleinen Kindern einen Fensterplatz mit Meerblick sichern und für die ersten Minuten auf Deck gehen. Der Rest ergibt sich von selbst — und die Kinder erinnern sich noch lange daran.
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